19. Dezember 2013

Beauty-Tagebuch einer Miss Teil 1: Make Up und Grundierung

Meine Lieben,

 

wie manche vielleicht mitbekommen haben, bin ich überraschender Weise bei der internationalen Wahl zur Miss Earth von 100 Kandidatinnen auf dem zweiten Platz gelandet. Miss Earth ist nach Miss Universe die zweitgrößte Misswahl und ist deswegen besonders, weil sich ihre Missen um Umweltbelangen kümmern (weitere Infos zu meinen Charityprojekten findet ihr auf http://www.miss-earth.at/).

 

Im Rahmen der Miss Earth Wahl habe ich neben vielen persönlich prägenden Eindrücken auch sehr viele Beautygeheimnisse von überall auf der Welt mitgebracht. Mein Beautyprogramm habe ich mir selbst über die Jahre durch Tipps von Models, Missen, Freundinnen, Make Up Artists und von Leuten, die ich bewundere, zusammengestellt - das meiste habe ich beobachtet, erfragt oder durch ausprobieren erlernt. Prägend für mich waren meine Erfahrungen und Reisen als Model und eben auch als Miss. So habe ich gelernt, dass Asiaten ganz andere Tricks anwenden als Amerikanerinnen und mir von allen Kontinenten die besten Geheimnisse rausgepickt.

 

Ich bin keine Make-Up-Artistin, es mag sein, dass ich Dinge so mache, wie man sie eigentlich nicht macht. Ich bin reine Konsumentin, die einfach schon jedes Beautyproblem wie Pickel vor einem wichtigen Termin, geschwollene Augen vom Vorabend, Rötungen aller Art oder selbst schlimme Akne mitgemacht hat. Ich habe aber noch jedes Beautyproblem heil überstanden und mir für alles Kampfwaffen zurecht gelegt. Heute kann mich ein Pickel vor einem Termin nicht mehr schocken.

 

Somit werde ich mich nun regelmäßig einem Thema widmen und euch zu diesem meine persönlichen Erkenntnisse dazu näher bringen.

 

MAKE UP:

  

Das Thema Make up wird bei Miss-Wahlen sehr groß geschrieben. Für Misswahlen gilt: Ohne Make up keine Competition! Die meisten Kandidatinnen standen 3 Stunden vorher auf, um Make up und Haare zu machen und brachten einen großen Koffer voller Materialien mit (mein Make up umfasste gerade einmal zwei kleine Beautytaschen).

 

Als erstes sollte vor jedem Make up eine gute Feuchtigkeitscreme aufgetragen werden. Anschließend werden Augenringe (zB Benefit Fake up, die enthält auch eine Pflegecreme) und Unebenheiten (zB Benefit Boing) abgedeckt, und zwar mit dem Finger tupfend und nicht schmierend. Dann ist euere Haut bereit für Make up.

 

Tipp: Feuchtigkeitscreme erst vollständig einziehen lassen, bevor ihr Make up auftragt. Make up kann durch Creme eine ganz üble Konsistenz bekommen und hässliche Flecken machen.

 

Ganz generell verwenden viele Missen dickflüssige Foundations. Und das tagtäglich. Ich hingegen bin kein großer Freund davon, da ich denke, dass die Haut atmen muss. Dicke Foundations verstopfen die Poren. Deswegen verwende ich tagsüber, wenns sein muss, eine leichtere BB Cream. Die hat den Vorteil, dass sie auch noch vor UV-Strahlen und somit auch vor Falten schützt.

 

Abends oder für Auftritte ist eine gute Foundation natürlich unumgänglich. Ich verwende dafür von MAC die Face and Body Foundation. Die hat den Vorteil, dass sie auf Wasser basiert und somit immer noch leichter ist als andere Foundations. So sieht man nach Stunden auch noch frisch aus. Allerdings deckt sie etwas weniger, was jedoch kein Problem sein sollte, wenn man vorher alle Unreinheiten abgedeckt hat.

 

Beauty Wörterbuch BB Cream: kommt aus Asien, ist eine "All-in-one"-Creme, die leicht deckt, die Haut ebnet und auch noch einen Sonnenschutz enthält

Beauty Wörterbuch CC Cream: ist eine Erweiterung der BB Creme und versteht sich als "Color Corrector". Enthält Lichtpartikel und können so Rötungen und Schwellungen retouchieren. Für gewöhnlich decken CC Cremes aber weniger als BB Cremes, manche arbeiten nur mit Lichtpartikeln.

 

Jede Foundation sollte mit einem Pinsel aufgetragen werden. Ich empfehle wieder Tupfen statt Streichen oder Schmieren. Die Übergänge werden so einfach viel schöner. Der Pinsel sollte jeden Abend mit Alkohol gereinigt werden - die Basis einer schönen Haut ist Sauberkeit.

 

Tipp: Pinsel bleiben schön, indem man sie regelmäßig mit Babyschampoo und Wasser ausspült und anschließend im nassen Zustand in Form streicht und zum Trocknen über die Nacht auf ein Kleenex legt.

 

Ein wichtiger Punkt ist die Foundationfarbe. Ich selbst habe jahrelang viel zu helle Foundation verwendet, weil ich immer das Gefühl hatte, mit dunkler Foundation zu angemalt auszusehen. Mit zu heller Foundation sieht man aber sehr schnell "leichig" aus, vor allem auf Fotos mit Blitz. Deswegen: keine Angst vor etwas dünklerer Foundation - aber natürlich nicht zu dunkel. Aufhellen kann man dann immer noch mit dem Puder, aber die Grundfarbe sollte passen. Generell greifen meinen Beobachtungen nach Europäer eher zu zu heller Foundation, Lateinamerikaner zu zu dunkler. Die perfekte Foundationfarbe habe ich in Asien gefunden. Sie ist nur einen minimalen Tick dünkler als die, zu der ich früher gegriffen habe. Erst habe ich mich sehr angemalt gefühlt, aber nach näherer Betrachtung muss ich sagen, dass das nur der erste Eindruck war und sie sehr natürlich aussieht.

 

Tipp: Der alte Trick, die Foundation am Hals zu testen, stimmt wirklich. Das Gesicht sollte ja tatsächlich dieselbe Farbe haben wie der nähere Rest des Körpers. Auch, wenn euch die Foundation zu dunkel vorkommt - das Puder schwächt die Farbe zum Schluss noch ab.

 

Puder ist der beste Freund einer Miss, in jeder Lebenslage. Missen präferieren eine matte Haut ohne Glanz, großzügig abgepudert. Ich persönlich finde, dass etwas Glanz auf den höchsten Punkten des Gesichts als Highlight nicht schaden kann - so, wie es die Models von Victoria's Secret machen. Ich verwende dazu von MAC Lustre Drops und wenns schnell gehen soll von Benefit High Brow (den kann man neben den Augenbrauen auch als Highlighter verwenden) und bringe damit etwas Glanz auf meine Wangenknochen, unter die Augenbrauen (ganz wichtig, damit man das Auge von der Augenbraue trennt und ein waches Auge schafft), auf den Nasenrücken, etwas aufs Kinn und ganz wichtig: in die Augeninnenwinkel und direkt dort hin, wo die Oberlippe ein "M" bildet (hat das überhaupt einen Namen?).

 

Tipp: Mehrfach pigmentiertes Puder, wie zum Beispiel Guerlain Les Meteroites. Bei mir funktioniert dieses Puder wunderbar, ist aber auch sündhaft teuer. Kein Must-have, aber ein Could-have smile Verleiht der Haut einen natürlich-frischen, leichten Schimmer ohne angemalt auszusehen.

 

Dann sollte das Gesicht strukturiert werden. Man glaubt gar nicht, wie wichtig das ist. Ich selbst habe eher ein flächiges Gesicht und generiere so dort Schatten, wo ich kantiger sein möchte. Und zwar eignet sich dafür ein Puder, das etwas dünkler ist als der eigene Hautton. Ich verwende dazu ganz gerne ein Bronzening Powder, zB von MAC Mineralize Skin Finish Gold, aber das von H&M reicht auch vollkommen aus. Der Vorteil, wenn man Bronzening Powder zum Strukturieren verwendet, ist, dass man dem Gesicht eine schöne Form gibt, aber auch gleichzeitig etwas Glanz. Ich bin nämlich kein Fan von Bronzening Powder, vor allem dann, wenns über das gesamte Gesicht gepappt wird, weil das Gesicht damit zu unnatürlich glänzt und man so leicht überschminkt aussieht und weil man so recht schnell flächig aussieht. Also: fürs Strukturieren nehmt ihr am besten einen etwas kleineren Puderpinsel, setzt euer Puder direkt unter die Wangenknochen rechts und links und verwischt mit selbigem Pinsel die Übergänge. Wenn ihr Probleme habt, eure Wangenknochen zu finden, formt einen spitzen Kussmund. Dann ist das ganz einfach.

Außerdem kommt noch etwas dunkles Puder links uns rechts vom Nasenrücken, damit die Nase etwas schmaler wird. Dann noch entlang des Unterkieferknochens und links und rechts nach oben an den Schläfen. Somit sollte euer Gesicht konturierter wirken.

 

Tipp: Bronzening Puder zum Strukturieren des Gesichts verwenden. Wirkt tagsüber weniger hart.

Tipp: immer bei Tageslicht strukturieren, damit ihr nicht zu angemalt wirkt. Für Abends darfs natürlich stärker sein.

 

Zum Schluss fehlt nur noch der Blush. Bei meinen Reisen habe ich beobachtet, dass Asiaten eher sehr rosastichigen Blush verwenden, teilweise schon sehr puppenhaft. Auf Fotos sieht das dann gar nicht mehr so unnatürlich aus wie in Realität, sondern sehr frisch und süß. Lateinamerikanerinnen verwenden hauptsächlich dunklen Blush, schon fast bräunlich, und wirken damit älter, aber ihr Gesicht konturierter. Europäerinnen sind generell eher die natürlichen Typen und greifen eher zu zartrosa Tönen. Afrikanerinnen passt am besten eine Mischung aus rosa und braun. Blushfarbe ist also definitiv Geschmacksache. Ich bin eher der Typ für natürliches rosé. Der Blush kommt einfach auf den höchsten Punkt der Wangen, auslaufend in Richtung Schläfen. Manche, vor allem in Asien, verwenden den Blush auch gerne als Highlighter auf dem Kinn und in der Schläfenpartie.

 

Tipp: Ich rate echt jedem, der gerne zu dunklem Blush greift, wirklich einmal Rosa zu versuchen. Der erste Blick in den Spiegel ist zwar ungewohnt, aber vielleicht findet ihr ja Gefallen daran.

Tipp: Wenn ihr keinen Blush zur Hand habt, reicht es, sich in die Wangen zu kneifen. Macht für ein paar Minuten auch rote Bäckchen smile

 

So meine Lieben, das wars für diese Woche. Nächstes Mal gibts Tipps zu meinem Lieblingsthema - den Augenbrauen. Soviel vorweg: ich habe einen Augenbrauen- und Wimpernfetisch, deswegen kann ich zu diesen Themen stundenlang plaudern :D


Bussi Bussi,


Eure Katia

 

 

 

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